Ratgeber Einmachgläser: Tipps rund ums Einkochen

  • Einkochen mit Einmachgläsern

    • Einmachgläser vorbereiten

    • Tipps zum Arbeiten mit Einmachgläsern

    • Die besten Rezepte für
      Einmachgläser

    • Einmachgläser dekorieren

Einkochen mit Einmachgläsern wird zum Kinderspiel

Einmachgläser mit Bügelverschluss

Früher, zu Zeiten unserer Großeltern, war das Konservieren von Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten oder frisch vom Markt in Einmachgläsern ein beliebtes und übliches Verfahren.

Mit Einzug der Gefrierschränke in viele Haushalte wurden die Einmachgläser nach und nach aus der Vorratskammer verdrängt. In den letzten Jahren jedoch wird das Einkochen von Marmeladen, Gelees und Chutneys von Vielen als Hobby, für die eigene gesunde Ernährung oder für herzliche Geschenke wieder entdeckt.

Zudem lassen sich einige frische Früchte viel besser einkochen als einfrieren. 

Mit dem richtigen Werkzeug und den passenden Einmachgläsern bleibt der Aufwand überschaubar und das Ergebnis überzeugt durch echten, leckeren Geschmack.

Das richtige Einmachglas finden

Die Wahl der passenden Einmachgläser ist eine wichtige Vorbereitung für den Erfolg beim Einmachen von Obst und Gemüse. Während früher ausschließlich Einmachgläser mit Gummiring als Dichtung zur Verfügung standen - bekannt als Weckgläser, nach dem Namen des Herstellers, gibt es heute mehrere Alternativen.

Einmachgläser mit Twist-off Schraubverschluss

Twist-Off Einmachglas

Gut bekannt aus den Marmeladenregalen der Supermärkte sind die Einmachgläser mit Twist-off Schraubdeckeln. Diese Einmachgläser sind in allen erdenklichen Größen und Formen zu erhalten. Es gibt klassische runde Einmachgläser, aber auch sechseckige oder tulpenförmige Einmachgläser sowie Sonderformen mit kleinen ins Glas eingelassenen Henkeln oder Mustern.

Falls Sie statt Marmelade einmal Kuchen im Einmachglas konservieren möchten, sollten Sie unbedingt darauf achten, ein Sturzglas zu verwenden, das sich nach oben hin nicht verjüngt, so dass der Inhalt am Stück aus dem Glas herausgleiten kann.

Einmachgläser mit Twist-off Verschluss eignen sich gut zur mehrfachen Wiederverwendung. Allerdings sollten Sie darauf achten, ausschließlich unbeschädigte und fest schließende Schraubdeckel zu verwenden. Kann durch den Deckel Luft eindringen, verdirbt der Inhalt leichter. Beim Einkochen entsteht normalerweise ein Vakuum, welches beim Öffnen des Einmachglases häufig das bekannte Zisch-Geräusch erzeugt, wenn der Deckel durch die einströmende Luft leicht nachgibt.

Sollten Ihre Deckel nicht mehr richtig schließen, können Sie diese auch als Ersatzteile zu den vorhandenen Gläsern nachbestellen. Die Schraubdeckel gibt es außerdem in verschiedenen Farbvariationen oder mit Mustern und Motiven.

Beachten Sie bei der Auswahl der passenden Kombination aus Einmachglas und Schraubdeckel unbedingt den Unterschied bei ölhaltigem oder nicht-ölhaltigem Inhalt. Für ölhaltige Speisen wie eingelegtes Gemüse, Pesto oder fetthaltigen Brotaufstrichen sollten ESBO-reduzierte Dichtungen in den Deckeln verwendet werden.

Weck Einmachgläser

Weck Einmachglas

Weck-Einmachgläser haben sich seit Jahrzehnten im Haushalt bewährt. Diese Methode reicht weit in die Vergangenheit zurück:

"In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelte der Gelsenkirchener Chemiker Rudolf Rempel Gläser, deren Ränder glattgeschliffen waren und die mit Gummiringen und Blechdeckeln verschlossen wurden. Er konstruierte auch Apparate, um sie während des Einkochens geschlossen zu halten. Diese Erfindung ließ er sich 1892 patentieren. Zu seinen ersten Kunden gehörte Johann Carl Weck, der nach Rempels Tod 1893 das Patent und das Alleinverkaufsrecht an seinen Gläsern und Geräten erwarb. Mit dem Kaufmann Georg van Eyck gründete er 1900 in Öflingen die Firma J. Weck u. Co. Die sich daraufhin rasch im gesamten deutschen Sprachraum ausbreitende Wortschöpfung einwecken ist also auf den Namen Weck zurückzuführen." (Quelle: Wikipedia)

Anders als bei den Einmachgläsern mit Schraubverschluss oder Bügel, schließen die Weck-Einmachgläser erst während des Vorgangs des Einkochens. Vorher liegen Gummiring und Glasdeckel lose auf dem Glasrand auf.

Der Deckel wird während des Einkochvorganges mit Klammern aus Federstahl auf dem Einmachglas fixiert. Klammern und Gummiring funktionieren dabei wie ein Überdruckventil. Während des Einkochens dehnt sich die Luft innerhalb des Einmachglases aus und entweicht. Beim Abkühlen entsteht dann ein starker Unterdruck, der den Deckel mit der Gummidichtung auf das Glas presst. 

Wenn Luft in das Glas eingedrungen ist oder sich Gase durch Gärung im Inneren gebildet haben, ist das ein Zeichen dafür, dass die Lebensmittel verdorben sein könnten. Der Deckel liegt dann nur noch lose auf.

Weck-Einmachgläser können ebenfalls häufig wiederverwendet werden. Wichtig ist, dass am Rand des Einmachglases oder am Deckel keine Absplitterungen vorhanden sind, sondern eine glatte Fläche mit dem Finger zu fühlen ist.

Überprüfen Sie die Einkochringe vor jedem Gebrauch: Sprödes Gummi oder Risse im Material sind eindeutige Zeichen dafür, dass die Gummiringe ausgetauscht werden sollten.

In fest verschlossenen Gläsern hält das Füllgut viele Monate oder sogar Jahre.

Einmachgläser mit Bügelverschluss

Einmachglas mit Bügelverschluss

Die dritte Variante sind Gläser mit integriertem Bügelverschluss, auch als Bügelgläser bezeichnet. Durch den Druck, den der Bügel auf den Deckel ausübt, werden diese Gläser auch ohne Einkochen bereits dicht und eignen sich deshalb auch zum Aufbewahren anderer Lebensmittel.

Das Prinzip des Einkochens im Bügelglas entspricht dem der Weck-Einmachgläser, nur bleibt der Bügel dauerhaft, auch nach dem Abkühlen geschlossen.

Bügelgläser bringen ihre Gummidichtungen bereits beim Kauf mit. Auch diese Gummiringe können bei Bedarf ausgetauscht werden. Dadurch kann das Glas viele Male wiederverwendet werden.

Tipps zum Arbeiten mit Einmachgläsern

Einmachgläser aus dem Einkochtopf

Die Haltbarkeit der eingemachten Früchte und Gemüse hängt neben dicht schließenden Einmachgläsern hauptsächlich von der Sauberkeit und Vorbereitung ab.

Neue und gebrauchte Gläser sollten unbedingt vor dem Einfüllen der Lebensmittel sterilisiert werden. Dazu gibt es unterschiedliche Empfehlungen:

  • Spülen mit heißem Spülwasser oder Salzwasser, danach 10 Minuten bei 100° C im Backofen trocknen lassen
  • 10 Minuten in heißem Wasser kochen, danach abtropfen und trocknen lassen
  • Saubere Gläser (in denen keine Schimmel-Rückstände vorhanden sind) bei über 60° in der Spülmaschine spülen
  • Gummiringe für Weck-Einmachgläser oder Bügelverschluss Einmachgläser werden vor der Verwendung 2-3 Minuten in Wasser mit einem Schuss Essig gekocht und bleiben bis zum Verschließen des Glases im Waser liegen
  • Twist-Off Schraubdeckel werden bei einer Temperatur von 80° C sterilisiert.

Kontrollieren Sie alle Gläser und Deckel rechtzeitig, um evtl. benötigtes Ersatzmaterial bestellen zu können.

Hilfreiches Zubehör

  • Glasheber für Einmachgläser: Damit lassen sich heiße Gläser ganz einfach und sicher aus kochendem Wasser oder dem Backofen herausheben
  • Einfülltrichter für Marmelade oder Obst: Mit einem Trichter mit großer Durchlassöffnung speziell für Marmelade oder geschnittenes Obst und Gemüse vermeidet man eine Verschmutzung des Glasrandes und spart damit das Nachwischen nach dem Einfüllen.
  • Schaumkelle: Bildet sich speziell beim Kochen von Marmelade eine Schaumschicht, kann man diese ganz leicht mit einer Schaumkelle entfernen.

Die besten Rezepte für Einmachgläser

Ananas-Chili-Konfitüre

Einmachglas mit Ananas-Chili Konfitüre
  • 500g Gelierzucker 3:1
  • 1 Ananas (1,2 kg)
  • 300 ml Ananassaft
  • 1-2 rote Chilischoten

Ananas schälen, den Strunk aus der Mitte herausschneiden und in kleine Stücke würfeln. Ananasstücke mit Gelierzucker und Saft in einem Topf mischen und 3 Minuten sprudelnd kochen lassen. Bei Bedarf abschäumen. Chilischoten entkernen und in sehr kleine Stücke schneiden und unter die Konfitüre mischen. In Twist-Off Einmachgläser füllen und sofort fest verschließen. Für 5 Minuten stürzen, danach wieder umdrehen und abkühlen lassen.

Diese Konfitüre mit einer Mischung aus süßen und scharfen Noten erinnert an die fernöstliche Küche und ist ein Geschmackserlebnis der besonderen Art.

Heidelbeer-Vanille Konfitüre

Heidelbeer-Konfitüre im Einmachglas
  • 900g frische Heidelbeeren
  • 300g Gelierzucker 3:1
  • Mark einer Vanilleschote
  • Saft von 1/2 Zitrone

Heidelbeeren waschen und verlesen, danach in einen großen Topf geben und mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken. Alle Zutaten zu den Heidelbeeren geben, umrühren und 2-3 Stunden ziehen lassen. Nach Wunsch teilweise oder vollständig mit einem Pürierstab pürieren. Auf dem Herd aufkochen lassen und 3-4 Minuten weiterkochen. Bei Bedarf abschäumen. In Twist-Off Einmachgläser füllen und sofort fest verschließen. Für 5 Minuten stürzen, danach wieder umdrehen und abkühlen lassen.

Kürbis Chutney

Kürbis-Chutney im Einmachglas
  • 750 g Kürbis
  • 250g Tomaten
  • 250 g Zwiebeln
  • 250 g Äpfel
  • 120 g Rosinen
  • 240 g brauber Zucker
  • 1 TL Salz
  • ½ TL Pfeffer
  • 1 TL frischer, geriebener Ingwer
  • ½ TL Piment, gemahlen
  • 300 ml Apfelessig

Kürbis schälen, Kerne entfernen und in kleine Würfel schneiden. !0 Minuten in kochendem Wasser garen, abtropfen lassen und danach pürieren. Tomaten blanchieren und Haut entfernen. Äpfel, Tomaten und Zwiebeln in kleine Würfel schneiden. Alle Zutaten in einen Topf geben un zum kochen bringen. Bei schwacher Hitze ca. 2 Stunden unter gelegentlichem Rühren kochen lassen. Chutney in Twist-Off Einmachgläser füllen und sofort fest verschließen. Für 5 Minuten stürzen, danach wieder umdrehen und abkühlen lassen.

Chutney kann zwar sofort verzehrt werden, schmeckt jedoch nach 2 bis 3 Wochen Ruhezeit am besten.

Einmachgläser dekorieren

Deko für Einmachgläser

Die Dekoration von Einmachgläsern kann sehr unterschiedlich gestaltet werden. Basis ist zunächst ein Stück Stoff oder Serviette, dass mit  einer Kordel, Bast oder ganz rustikal mit Paketband um den Deckel des Einmachglases gebunden wird.

Je nach Anlass und Saison kann diese Verzierung durch Anhänger und selbst gebastelte Kärtchen erweitert werden.

Einige Ideen dazu:

  • einen kleinen Holzkochlöffel an das Einmachglas binden
  • Christbaumanhänger und kleinen tannenzweig als Deko für das Einmachglas verwenden
  • das Einmachglas selbst kann man ganz leicht mit ausgeschnittenen Sternen, Blumen oder Herzen bekleben
  • Getrocknete Chili-Schoten oder Kräuterzweige um das Einmachglas binden
  • Das Einmachglas in einem Nest aus Moos, Ostergras oder Filzwolle als Geschenk überreichen
  • Anhänger aus Pappe oder Holz selbst beschriften
  • Dekoration mit Flachsband oder dickem Wollfaden
  • Kleine Stoffdeckchen passend um die Deckel binden.

Diese Ideen und weiteres Dekomaterial können Sie gleich mit den Gläsern mit bestellen.

Bildnachweis:

Frau Harloff bei der Hausarbeit, Einmachgläser im Einkochtopf
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